Willkommen
Dieses Selbstlernmodul führt Sie in etwa 20 Minuten durch die Grundlagen des KI-Einsatzes an unserer Schule: was Sprach-KI kann, wo ihre Grenzen liegen, und welche Hausregeln für den Umgang mit Schülerdaten gelten. Am Ende steht ein kurzes Abschlussquiz (10 Fragen, 8 richtige zum Bestehen) und Ihr persönliches Zertifikat als Schulungsnachweis.
Ihr Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert; Sie können jederzeit unterbrechen.
Ihr Name (erscheint auf dem Zertifikat)
Lektion 1: Was Sprach-KI kann und was nicht
Ein Sprachmodell ist keine Datenbank und kein Lexikon. Es ist eine Maschine, die aus riesigen Textmengen gelernt hat, wahrscheinlich passende Fortsetzungen zu schreiben. Daraus folgt beides: seine erstaunliche Stärke und seine wichtigste Schwäche.
Stark ist die KI bei
- Entwürfen: Elternbriefe, Arbeitsblätter, Erklärtexte, Quizfragen, Formulierungshilfen
- Umformen: vereinfachen, kürzen, in Niveaustufen differenzieren, übersetzen
- Strukturieren: Gliederungen, Zusammenfassungen, Checklisten, Projektpläne
Schwach ist die KI bei
- Fakten und Quellen: Sie kann überzeugend klingende Angaben erfinden (mehr dazu in Lektion 4)
- Aktualität: Ihr Wissen hat einen Stichtag und kennt Ihre Schule nicht
- Verantwortung: Sie kennt weder Ihre Klasse noch pädagogische Zusammenhänge vor Ort
Lektion 2: Die Ampel-Hausregel
Unsere wichtigste Regel sortiert jeden KI-Einsatz in drei Stufen:
- GRÜN: jederzeit erlaubt, denn es sind keine Schülerdaten im Spiel (Unterrichtsmaterial, allgemeine Texte, Übersetzungen).
- GELB: erlaubt mit Schwärzung: Schülerbezug ja, aber ohne Namen und erkennbare Angaben (der Schwärzungs-Wächter hilft, Lektion 3).
- ROT: tabu. KI benotet oder bewertet nie, keine sensiblen Daten (Gesundheit, Förderdiagnostik, Familie), keine privaten KI-Konten für Schulisches.
Übung: Ordnen Sie zu
Tippen Sie je Aussage auf Grün, Gelb oder Rot, dann auf "Prüfen".
Lektion 3: Schülerdaten und der Schwärzungs-Wächter
Daten von Kindern stehen unter dem höchsten Schutz, den die DSGVO kennt. Deshalb gilt für die gelbe Stufe: Die KI bekommt nie echte Namen zu sehen. In unserer Schul-KI übernimmt das ein eingebauter Wächter: Er kennt die Namenslisten der Schule und ersetzt sie automatisch, bevor Ihre Eingabe das Haus verlässt.
So sieht das aus
Probieren Sie es selbst
Tippen Sie einen Satz mit einem Namen aus der Übungsklasse (Lena Beispielmann, Mert Yildirim, Sofia Petrova, Jonas Kleinschmidt, Amira El-Sayed, Tim Obermüller), gern auch mit Telefonnummer, E-Mail oder Geburtsdatum:
Die Zuordnung, wer [Schüler A] ist, bleibt auf dem Schulserver. Trotzdem gilt:
- Formulieren Sie auch selbst sparsam ("Schülerin, Klasse 7" statt Lebensgeschichte).
- Gesundheits- und Förderdaten sowie Familienverhältnisse bleiben komplett draußen (rote Stufe).
- Niemals private KI-Konten (privates ChatGPT o. ä.) für schulische Zwecke nutzen: Dort gibt es keinen Wächter, keine Verträge und keine Kontrolle.
Lektion 4: Wenn die KI überzeugend irrt
Sprachmodelle können Angaben erfinden und dabei völlig sicher klingen. Man nennt das Halluzination. Typische Fälle im Schulalltag:
- Eine Quellenangabe, die es nicht gibt ("Kultusministerium BW, Erlass vom 12.03.2024, Az. ...").
- Ein Rechenweg, der elegant aussieht und einen Fehler enthält.
- Eine Jahreszahl oder ein Zitat, leicht daneben und schwer zu bemerken.
Ihre drei Gegenmittel
- Prüfen, was prüfbar sein muss: Fakten, Zahlen, Quellen und Rechenwege kontrollieren Sie selbst, bevor etwas an Schüler oder Eltern geht.
- Nachfragen: "Woher stammt diese Angabe?" entlarvt viele Erfindungen, ersetzt aber nicht Ihre Prüfung.
- Rollen klar halten: Die KI liefert Formulierungen und Entwürfe. Noten, Bewertungen und pädagogische Entscheidungen trifft ausschließlich die Lehrkraft, das verlangt auch die EU-KI-Verordnung.
Lektion 5: Gute Aufträge schreiben (Prompts)
Die Qualität der Antwort hängt an der Qualität des Auftrags. Das bewährte Muster hat vier Teile:
Rolle + Auftrag + Kontext + Format
Vorher / Nachher
Schwach: "Mach was zu Brüchen."
Stark: "Du bist Mathelehrer in Klasse 6. Erstelle ein Arbeitsblatt zum Kürzen von Brüchen: 8 Aufgaben in drei Niveaustufen, mit Lösungsteil am Ende, druckfertig."
Schwach: "Schreib einen Elternbrief."
Stark: "Entwirf einen freundlichen Elternbrief (max. eine halbe Seite): Wandertag am 24.09., Treffpunkt 8:00 Schulhof, festes Schuhwerk, Rückkehr 13:00. Mit Abschnitt zum Abtrennen."
In unserer Schul-KI schon eingebaut
- Fach-Assistenten (Modellauswahl oben im Chat): Zeugnis-Formulierer, Differenzierungs-Assistent, Elternbrief-Profi, Quiz-Generator, PBL-Projektcoach.
- Schnellbefehle mit Schrägstrich:
/elternbrief,/quiz,/differenzierung,/zeugnis,/uebersetzenu. a. - Diktieren über das Mikrofon-Symbol (Spracherkennung läuft in der EU).
Kurze Übung: Welcher Auftrag ist stark?
Abschlussquiz
10 Fragen, mindestens 8 richtige Antworten zum Bestehen. Sie können das Quiz beliebig oft wiederholen.
Hiermit wird bestätigt, dass
das Selbstlernmodul
"KI-Führerschein für Lehrkräfte"
erfolgreich abgeschlossen hat (Abschlussquiz: von 10 Punkten).
Inhalte: Funktionsweise und Grenzen von Sprach-KI · Ampel-Hausregel · Umgang mit Schülerdaten und Schwärzung · Prüfpflicht bei KI-Ergebnissen · Arbeitstechniken
Abgeschlossen am · Auffrischung empfohlen nach 12 Monaten
Diese Schulung dient der Vermittlung von KI-Kompetenz im Sinne von Art. 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung). Nachweis-Nr.:
POLIGENIUS Private Schulen · Schul-KI-Plattform · technische Umsetzung FabStack GmbH · Demo-Fassung (Prototyp) zur Abstimmung mit dem Schulträger
Hinweis für die Schulverwaltung: In der Vollversion wird der Abschluss zusätzlich zentral und personenbezogen protokolliert (revisionssicherer Art.-4-Nachweis je Beschäftigtem); dieser Prototyp speichert nur lokal auf dem Gerät.